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Cloud's Welpentagebuch - Woche 9

16.04.2005

Nach einer schlaflosen Nacht und einem Weg, der nicht enden wollte, sind wir dann endlich um 12 Uhr bei Andrea und Andreas eingetrudelt. Als erstes wurden erstmal die Welpen begrüßt: Ganz besonders natürlich der für uns allerschönste Welpe der Welt - meine Cloud! Dann ging es ans "Eingemachte": Papiere wurden unterschrieben, Geld wechselte den Besitzer und viele hilfreiche Tips und ein tolles Welpenstartpaket wurden uns von den beiden mit auf den Weg gegeben. Und dann war es endlich soweit: Cloud wurde in ihr Brustgeschirr "gezwängt", was ihr natürlich gar nicht gefallen hat und hat nach einem tränenreichen Abschied wurde der Weg in ihr neues Zuhause angetreten.

Laska und Pearl waren schon im Auto nicht wirklich angetan über den Neuzugang und als Cloud dann gleich nach Starten des Motors in höchsten Tönen zu jammern anfing, war Laska (die immer ihre Ruhe haben will) vollends bedient und nur noch vor sich hin am grummeln. Nach 30 Minuten kotzte die Kleine mich dann noch voll und hörte einfach nicht auf zu weinen. Die erste Euphorie unsererseits war damit fürs erste der nüchternen und grausamen Realität gewichen: Das kann ja noch heiter werden!

Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt kam dann die erste größere Rast, die wir gleich nutzten, um Cloud mit zu McDonalds zu schleppen: Erste Probe bestanden - sie ist ein Fastfood-kompatibler Hund ;o).

Die weitere Fahrt verbrachte sie im Fußraum der Beifahrerseite, wo sie friedlich schlummerte, bis wir die nächste Rast machten. Hier durfte der Zwerg dann ein Stückchen ohne Leine laufen und wie ein alter Hase hat sie erstmal große Beute gemacht: Tannenzapfen gesucht, totgeschüttelt und durch die Luft geschleudert - es war zum schießen!

Ohne viel Gejammer kamen wir dann abends gegen 20 Uhr wieder in Trier an, wo das Drama zum zweiten Akt aufspielte. Gerade als ich in Wehretal anrief, um über unsere heile Ankunft zu berichten, bekam Cloud fürchterlich eins von Pearl auf den Deckel und musste dies natürlich mit einem markerschütternden Schrei kommentieren, der Andrea's Blut vermutlich in den Adern gefrieren ließ...oh Mann, ich glaube, in dem Moment war es gut, dass wir so weit weg wohnen und sie den Welpie nicht postwendend wieder zurückholen konnten.

Die Stimmung zwischen allen Hunden blieb den Abend über sehr angespannt: Cloud wollte zu Laska - diese knurrte sie weg; Cloud wollte zum Wasser - dieses wurde von einer sehr eifersüchtigen Pearl verteidigt; Cloud wollte zu mir - schon stand Pearl auf der Matte und war wie ein Weltmeister am Fletschen...unsere Stimmung ist ins bodenlose gesunken und wir gingen erstmal ins Bett, in der Hoffnung, der morgige Tag würde die Schatten vertreiben. Aber wir hatten ja erst noch die Nacht vor uns: Gegen 24 Uhr schnappte ich mir alle Hunde und ging ins Schlafzimmer: Laska in ihre Box, Pearl in ihre Box und Cloud ebenfalls in ihre eigene Box. Kaum war die Boxentür zu, ging auch schon das Gejammer, Gewimmer, Geschrei los...nach einer Stunde hatte sie sich aber wieder einigermaßen eingekriegt...

17.04.2005

Cloud versucht mit Pearl zu spielen 4:30 Uhr: Cloud wimmert - also schnell raus aus dem Bett und schnell mit der Kleinen raus zum Pieseln, was bei ihr leider eine längere Angelegenheit ist und sich so etwa 15 Minuten hinzieht - aber man ist ja drauf gefasst, wenn man einen Welpen bekommt. Um 5:20 nochmal ins Bett, um wenigstens noch 1 Stündchen Schlaf zu bekommen. 7 Uhr: Die Nacht ist nun endgültig um - also nochmal mit der kleinen Maus raus (unter den vorwurfsvollen Blicken von Laska und Pearl) und danach ein bisschen spielen. Hier wollte ich nun Pearl mit ins Spiel integrieren um ihr zu zeigen, dass sich supertolle Sachen in der Gegenwart von Cloud ereignen (Bsp.: Ist Cloud in deiner Nähe, dann bekommst du tolles Futter, tolles Spieli etc.) - zuerst schien die Rechnung auch aufzugehen, aber kaum hatte ich mich umgedreht, so war Pearl wieder wie irre am Drohen und Fletschen - na super, mein sonst zu jedem Hund freundlicher Ire ist in Wirklichkeit ein welpenfressendes Monster, und ich habe es nicht erkannt...argh!

Nun gut, Cloud wurde in der Box gefüttert und danach ging es dann raus mit Laska und Pearl - Routinen einbehalten, damit die alteingesessenen Hunde merken, dass für sie keine Nachteile aus der Beherbergung eines neuen Vierbeiners entstehen (so meine Gedanken). Nachdem wir zurück kamen, war die Situation tatsächlich etwas entspannter und wenigstens Laska ließ sich von der kleinen Maus ohne Murren beschnuppern - ein Anfang!


Schuhe sind toll! Erste Übungen wurden gemacht (gib das wieder her; Sit; nimm den Knochen anstelle der Schuhe; nimm den Knochen anstelle der anderen Schuhe; nimm den Knochen anstelle des Sessels; nimm das Spieli anstelle der Socken und vieles andere mehr...).

Mittags gab es dann einen großen Spaziergang von mir, Laska und Pearl gemeinsam mit Clouds Patentante Madeleine und ihren Terriern Phoebe und James. Anschließend wurde Cloud mit den dreien auf einem Feld bekannt gemacht: Madeleine fand sie superklasse, Phoebe und James wurden zwar beschnuppert, aber dann eher unter "ferner liefen" abgehakt. Die ersten Bilder wurden gemacht, der erste Jogger kontaktiert, die ersten Spaziergänger begrüßt und die ersten Abenteuer bestanden (über Plastikplane laufen, durch und über alte Autoreifen klettern, mit Frauchen und einem Quietischi toben) - zuhause ließ die Kleine sich dann erstmal müde unter ihren Lieblings-Schwinghocker plumpsen und ward nicht mehr zu gebrauchen ;o).


Pearl und Cloud lassen es krachen... Der Nachmittag sollte dann eine Tour mit allen Hunden beinhalten und während wir Menschen uns rüsteten, ist dann das nahezu Unglaubliche geschehen: Nachdem Cloud Pearl wieder und wieder angesprungen, aufgefordert und einfach nur genervt hat, ist die irische Wildsau tatsächlich auf die Spielaufforderungen eingegangen und hat ganz langsam angefangen, mit dem Neuzugang zu toben...ich war fassungslos und natürlich auch total erleichtert, dass ich meinen Hund doch nicht so falsch eingeschätzt hatte - das Eis war nun gebrochen und die Intensität des Spiels steigerte sich zum Vergnügen der beiden jungen Hunde (Laska sah dann doch einmal die Notwendigkeit dazwischen zu gehen, um den Lärmpegel etwas zu senken).

Anschließend ging es auf zu einem kleinen Spaziergang, der Cloud nicht so recht gefiel, weil sie die meiste Zeit von mir getragen wurde und so natürlich das Beste verpasst hat (jedenfalls schien sie das zu denken).

Den Abend wollten wir dann bei "Star Wars" in Ruhe ausklingen lassen, wurden aber dann doch zu sehr von den Schauspielen gebannt, die sich vor dem Fernseher abspielten, wo Cloud und Pearl eine hingebungsvolle Spielsession einlegten, bei der Cloud uns mit ihrer Wendigkeit und Taktik mehr als verblüffte und so beendeten wir den Abend nicht bei "Star Wars", sondern bei "DogFights".

In dieser Nacht wurde dann nur noch 30 Minuten lang gejammert :o).


18.04.2005

Unglaublich: Cloud hat von 24 Uhr bis 6:00 Uhr durchgeschlafen und dann draußen nur 14 Minuten gebraucht, um alles zu erledigen...es wird!

Der Tag begann dann für die Kleine mit einer ersten unheimlichen Begegnung: Frauchen verschwindet in einem stehenden Plastiksarg, den sie auch noch unter Wasser setzt...da musste erst gejammert werden, um danach fassungslos mit schräg gelegtem Köpfchen durch den Spalt der Duschkabine zu gucken...

Während ich beim Kaffee versuchte wach zu werden, gaben sich Cloud und Pearl der ersten morgendlichen Spielrunde hin, wobei Cloud das Spiel ganz klar anführte - was für eine kleine, starke Persönlichkeit; da kommt sicher noch allerhand auf uns zu! Laska ignoriert die Kleine mitlerweile komplett, läßt sich von ihr aber jetzt ohne weiteres von oben bis unten abschnüffeln :o).

Um 7:10 wurden die beiden Jungspunde, nachdem sie gefuttert hatten, in ihre jeweiligen Boxen gesperrt, damit sie sich eine Auszeit gönnen und ich machte mich auf den Weg zur Arbeit, die heute so lange dauerte, wie sonst nur selten...

Als ich um 13:45 wieder zuhause war, begrüßten mich drei wildgewordene Hunde und ein sehr entspannter Ralph: Der Morgen ist ohne nennenswerte Umstände vorbei gegangen. Nachdem ich dann mit den beiden älteren Wauzis eine große Runde spazieren war, ging es mit Cloud ab in die Innenstadt.

Erster Besuch in der Innenstadt Zuerst wurde sie getragen und konnte sich in Ruhe alles anschauen (Fahrräder, Motorroller, Autos, viele Menschen, abfahrende Busse, eine Baustelle, in der laut gewerkelt wurde). Schon nach kurzem quängelte sie aber rum und wir machten es uns auf der Terrasse einer Eisdiele gemütlich, von wo aus wir das rege Treiben in der Fußgängerzone gut beobachten konnten. Cloud machte es sich unter meinem Stuhl gemütlich und beobachtete in aller Ruhe die Menschen, Tauben und Radfahrer - sie war ein echter kleiner Schatz! Das Laufen durch die Menschenmenge fand sie aber nicht so klasse und wenn sie nicht versuchte, anderen Leuten hinterher zu laufen, dann suchte sie Schutz zwischen meinen Beinen, so dass ich sie nach ein paar Erfolgserlebnissen (wenn sie brav mit bzw. hinterher kam) wieder den Rest der Strecke bis zum Auto trug. Zuhause rannte sie (nachdem sie Pearl und Laska begrüßt hatte) gleich in ihre Box und schlief fast auf der Stelle ein...

Später sind wir dann noch zu unseren lieben Nachbarn, um Cloud vorzustellen. Die Kinder (natürlich auch die Erwachsenen ;o) ) waren hin und weg von der Kleinen und sie war ihrerseits total begeistert vom Toben mit Elena und Jaleesa. Nach kurzer Zeit sind wir dann wieder nach Hause gegangen - man muss es ja nicht gleich übertreiben.

Nach einer Spielrunde mit Pearl kam noch unerwarteter Besuch für Klein-Cloud: Sandra (Besitzerin von Aussie Bobby und Pearls Lieblingsspielkamerad Bandit) schaute bei uns vorbei und war natürlich auch absolut angetan von unserem Neuzugang und Cloud ebenso von ihr....am heutigen Tag hat sich mehr als deutlich gezeigt, wie menschenfreundlich Cloud ist.


19.04.2005

Als um 5.40 Uhr der Wecker klingelte, wollte keiner der Hunde so recht aus den Federn - sogar Cloud hätte allem Anschein nach noch länger schlafen können, aber da ich ja arbeiten muss, will der Tagesablauf sorgfältig geplant sein und nun war eben Aufstehen angesagt.

Als ich mit Cloud rausging regnete es leider in Strömen, so dass die kleine Maus nur zu gern wieder rein wollte. Als sie merkte, dass wir draußen bleiben, bockte sie wie ein kleiner Stier an der Leine, murrte vor sich hin und versuchte es knappen in meine Hose - vergebens. Wir blieben, bis sie gepieselt hatte und machten uns erst dann - völlig durchgenässt - wieder in die Wohnung, wo ich sie unter ihrem lauten und hartnäckigen Protest trocken rubbelte.

Eine Toberunde mit Pearl rundete den Morgen ab und die Verbannung in die Box wurde kommentarlos hingenommen. Vorher ist ihr allerdings noch ein waghalsiges Kunststück gelungen: Meine kleine Springmaus ist nämlich mir nichts dir nichts aufs Sofa gesprungen und das mit den kurzen Beinchen! Die Freude währte allerdings nicht lange, weil ich sie sofort wieder "runtergeschmissen" habe...

Ihr Mittagessen bekam Cloud heute häppchenweise: Ich habe sie für einen Teil geclickt (ich denke, sie wird mal ein sehr guter Clickerhund und man merkt ihr jetzt schon an, dass sie tolles Potential hat) und den anderen Teil gab es für die Übungen Sit und Down. Das "Sit" klappt schon wunderbar, aber ich denke, dass Andrea und Andreas da schon gute Vorarbeit geleistet haben und es nur noch gefestigt werden muss. "Down" hat sie auch schon nach zwei Versuchen kapiert und sie legt sich jetzt sofort hin, wenn ich den Finger auf den Boden halte - ein wirklich, wirklich schlaues kleines Mädchen :o).

Welpentagebuch - Woche 10

20.04.2005

Pearl und Cloud im Körbchen Morgenprogramm wie gehabt: Wecker klingelt 5.40 Uhr - schnell mit dem kleinen Hund raus und drauf warten, dass sie alles erledigt (das hat heute morgen nur leider ewig gedauert, weil alles andere so viel interessanter war). Dann rein und duschen - Cloud hat fasziniert vor der Dusche gelegen (auf meinen frischen Klamotten). Dann erst toben mit Pearl, danach noch etwas spielen mit mir und fürs Frühstück in die Box.

Mittagessen wurde wieder zum Teil als Clickerhappen gegeben, zum Teil für Sit und Down rausgerückt und zu einem kleinen Teil aus dem Napf gereicht. Danach war für die kleine Maus wieder schlafen angesagt und ich hab mich schnell mit Laska und Pearl auf den Weg zu einer großen Spaziergehrunde gemacht (Ralph hat die verantwortungsfreie Zeit genutzt um mal in Ruhe fern zu sehen).

Wieder zuhause ging es ein zweites Mal für diese Woche in die Innenstadt: Bücher gucken und kaufen, einen Dobermann kennenlernen (Clouds Meinung: groß, doof, uninteressant) und essen gehen (wurde gnadenlos verpennt, trotzdem rundrum viel Trubel war).

Wieder zuhause wurde heftigst mit Pearl getobt und ein neuer Lieblingsplatz zum Sockenverstecken unter meinem Bett ernannt.

21.04.2005

Der heutige Tag war an sich nicht besonders aufregend. Cloud hat jede Menge Socken geklaut (wo kommen die bloß alle her?), mehrfach versucht, zu Laska aufs Sofa zu klettern (Laska kann einem richtig leid tun, denn Cloud nimmt sie absolut nicht ernst), wie irre mit Pearl getobt und beim Spazierengehen versucht, eine Schnecke zu apportieren. Unsere erste Verfolgungsjagd hatten wir dann am Abend: Irgendwie kam der kleinste Hund an einen Ochsenziemer und wollte den natürlich nicht wieder rausrücken - so habe ich sie quer durch die Wohnung verfolgt (die Kleine schlägt Haken wie ein Karnickel ;o)) um letztlich Sieger zu sein - dafür, dass sie mir das Teil dann gegeben hat, bekam sie es als Belohnung gleich wieder (denn was hätte ich besseres anbieten können, als einen stinkigen, angekauten Ziemer?).

22.04.2005

Mein letzter Arbeitstag vor dem langersehnten Urlaub :o). Heute ging es mit Cloud zum Tierarzt, wo sie erstmal das Wartezimmer aufmischte: Die großen Hunde fand sie unheimlich, die kleinen Hunde doof, die Menschen fand sie alle ganz prima, aber stillhalten und warten....nee, das war richtig blöde. Bevor wir dann endlich an der Reihe waren, kam der kleinste Hund noch auf die Waage: 5,7kg, 27cm Schulterhöhe.

Zuhause Der Arzt war sehr nett zu ihr, aber die Sympathien war ungleich verteilt (sie hat sich gewehrt wie eine Große, als er in ihr Mäulchen gucken wollte). Nach der Untersuchung Zitat des Arztes: "Außer dem Rückbiss kann ich leider nichts feststellen." - Wie schön :o) - wir konnten uns also mit einem pumperlgesunden Welpen auf den Weg in die Eifel machen.

Gejammere im Auto gab es heute nur 5 Minuten, dann war Ruhe bis wir bei meinen Eltern waren. Hier wurden erstmal alle stürmisch von Laska und Pearl begrüßt, während Cloud den Garten inspizierte, die Nachbarskinder und meinen Cousin kennenlernte. Anschließend ließ sie sich von meinen Eltern bewundern und zerlegte in einem unbeobachteten Moment ein Kunstküken, dessen Hühnerfamilie einige Wochen zuvor von Pearl gelyncht worden war. Nachdem Cloud dann noch ein paar Zimmerpflanzen um einige Blätter ärmer gemacht hatte ging es ins Bett.

23.04.2005

Tierpark Um 7:00 Uhr wurde ich von Clouds Jammern geweckt: Also schnell anziehen und alle raus in den Garten - Pipi- und Toberunde gingen fließend ineinander über, so dass beim Frühstück von allen kräftig reingehauen wurde (wie immer eigentlich). Später fuhr ich dann mit Cloud in den Lünebacher Zoo (Laska und Pearl wurden derweil von Ralph und meinen Eltern betreut). Der Zoospaziergang war ja soooo aufregend für die Kleine: Als erstes trafen wir auf freilebende Gänse, die einen Heidenlärm veranstalteten, so dass für Cloud gleich klar war: Die sind doof, nichts wie weg! Aber mit etwas Ablenkung und Leckerchen wurden die Gänse schnell als: Doof, aber ungefährlich eingestuft. Weiter ging es zu den Affen, die Cloud neugierig beäugten, von ihr aber nicht wirklich wahrgenommen wurden. Das Hörnchengehege, das der absolute Favorit von Laska und Pearl ist, fand auch nicht so ganz Clouds Zustimmung: Sie blieb relativ weit weg sitzen und brauchte sehr lange, bis sie sich ans Gitter traute und keine Angst mehr hatte, so dass wir weitergehen konnten.

Besonders toll fand sie einen Tiger: Der fand sie auch klasse, fixierte sie permanent und kam schließlich ans Gitter gesprungen - Clouds Reaktion darauf: Erst wegspringen, dann sich groß machen und ihn aus sicherem Abstand ankläffen, um anschließend brav bei Frauchen Sitz zu machen und Leckerchen abzustauben. Den meisten und bleibendsten Eindruck machten auf Cloud aber wohl die Kamele - diese beschnupperten sie nämlich von oben bis unten, was der kleinen Entdeckerin nach anfänglichem Entsetzen aber gar nichts ausmachte.

Wieder im Auto gab es zum ersten Mal kein Gejammer - stattdessen fiel sie sofort in einen tiefen Schlaf, bloß um nach 30 Minuten unverschämterweise von mir geweckt zu werden, weil wir bei meiner Patentante und ihrer Familie angekommen waren: Hier lernte sie erstmal neue Menschen kennen, einen supernetten Golden Retriever (die beiden versuchten sogar nach anfänglichen Mißverständnissen zu spielen, entschieden sich dann aber fürs Kuscheln) und verschiedene wegfahrende Autos.

Zurück bei meinen Eltern durfte Cloud sich erstmal in ihrer Box erholen und Laska und Pearl kamen zu ihrem ausgiebigen Spaziergang, den sie sich redlich verdient hatten. Den Rest des Tages verbrachten Cloud und Pearl damit, den Garten neu zu gestalten und meinem Vater und Ralph beim Renovieren des Wohnzimmers zu helfen ;o).

24.04.2005

Und wieder ein anstrengender Tag für Cloud. Um 5:30 Uhr hieß es nämlich aufstehen und fertig machen für ihr erstes Turnier, das sie als Besucher miterleben durfte. Dieser Tag beinhaltete zunächst die Fahrt in einem fremden Auto und das Kennenlernen von einem Aussie. Bobby und Cloud verstanden sich aber auf Anhieb, so dass die Fahrt ruhig und friedlich verlief. Das Turnier war für die kleine Maus extrem aufregend: Zunächst lernte sie Jessy kennen, die mit uns (genau wie Bobby) den Pavillon teilte. Cloud war sofort angetan von Jessy, erkannte sie doch in ihr einen Bordercollie - Jessy ging aber leider so gar nicht auf Clouds Annäherungsversuche ein und so mußte Bobby herhalten, der gnadenlos in jedes Stück Fell gebissen wurde, das sich Cloud gerade bot.

In ihrer Box hat die Kleine dann sehr brav geschlafen und zwischendurch immer mal wieder das Turniergeschehen verfolgt (bei den ersten beiden vorbeilaufenden Hunden wollte sie aber so gar nicht einsehen, warum sie nicht hinterher konnte und entschied einmal mehr, dass Leine und Halsband zwei völlig bescheuerte Dinge sind).

Hunde und Menschen lernte sie heute en masse kennen und ist noch auf dem Weg zum Auto in meinen Armen in einen tiefen Schlaf gesunken - zurück zuhause war sie daher dann wieder voller Kraft, um mit Pearl durch die Gegend zu toben.

25.04.2005

Sit/Down Üben Klein-Cloud weckte mich unverschämterweise schon um 6.15 Uhr, weil sie raus musste. Da ich erhebliche Probleme hatte wach zu werden, verbrachte sie die Zeit bis zu ihrem Futter ausschließlich damit, Pearl zu ärgern. Die hätte wohl lieber weitergeschlafen, kam aber dank Clouds Hartnäckigkeit nicht mehr dazu.

Der Tag verlief für Cloud recht ruhig, damit sie sich vom Wochenende erholen konnte (und ich mich auch ;o)). Wir haben Sit und Down verfeinert (Sit klappt supergut, beim Down brauch ich noch etwas Überredungskunst). Zudem fangen wir an, den richtig nahen Vorsitz zu üben, da wir später immerhin mal Obedience machen wollen (okay, ich möchte es trainieren und gehe einfach mal von Clouds Kooperationsbereitschaft aus).

26.04.2005

Heute hat Cloud zum ersten Mal bei meinem 2. "Nein" von meinem Hosenbein abgelassen, ohne dass ich ihre Zähnchen aus dem Stoff ziehen mußte. Die kleine Maus findet es nämlich superklasse in Füße und Hosenbeine zu beißen und knurrenderweise dran zu ziehen. Mitlerweile hat sie aber begriffen, dass das äußerst unerwünscht ist und es doch viel toller ist, mit einem Spieli zu toben und dieses zu malträtieren.

Am Mittag war ich mit allen 3 Hunden auf ein Feld zum Toben, schnüffeln, laufen - egal wen ich gerufen hab: Cloud war immer schneller bei mir, um ein Leckerchen abzustauben... ja ja, noch klebt sie am Frauchen, aber wenn die böse Pubertät kommt, dann ist das schnell vergessen - aber ich genieße die Zeit bis dahin.

Am Abend durfte Cloud den Hundeplatz kennenlernen. Da ich schon 45 Minuten vor Beginn der Welpengruppe da war, hat Cloud erstmal mit Pearl den Platz erkundet und ist gemeinsam mit ihrer großen "Schwester" durch den Tunnel gerannt und hat die Flatterbänder und aufgehängten Klapperdosen erkundet. Als dann so langsam alle Welpen und die dazugehörigen Leute eingetrudelt sind, haben Pearl und Cloud eine Weile im Auto gewartet und Cloud durfte kurz vor Schluß auf den Platz, um die anderen Hunde (alle zunächst angeleint) zu begrüßen. Da einige Kinder anwesend waren, wurden aber nur die freudigst begrüßt und die anderen Welpen links liegen gelassen.

Nachdem die Stunde beendet war, habe ich zwei sehr nette und ruhige Welpen auf dem Platz gelassen, damit Cloud diese (ohne Leine) kennenlernen konnte. Einer dieser Welpen ist ein für seine 15 Wochen sehr großer Bordercollie-Berner-Sennen-Mix, der unbedingt mit Cloud spielen wollte, ihr aber unheimlich war und gnadenlos weggeschnappt wurde. Sie hat sich dann letztlich darauf konzentriert mit dem 12 Wochen alten Aussie-Border-Mix zu toben. Für mich zeigte sich deutlich: Viele nette, große, schwarze Hunde mit Cloud zusammenbringen!

Nachdem Cloud und die Aussiemixin rund 20 Minuten getobt hatten, sind wir noch eine kleine Gassirunde gegangen und haben bei der Rückkehr zum Auto schon den ersten großen, schwarzen, netten Hund getroffen: Ginger, Flat Coated Retriever und ein absolut supernetter großer Kerl. Außer, dass Cloud nun eine "ich muß nicht schnappen bloß weil er groß und schwarz ist"-Begegnung hatte, war ein weiterer Lerneffekt, dass Männer mit Bart lieb und begrüßenswert sind. Auch heute hat der kleine Hund wieder einiges gelernt.

Welpentagebuch - Woche 11

27.04.2005

Den Vormittag verbrachten Cloud und ich in der Innenstadt. Wir sind durch Geschäfte gelaufen, in denen es die verschiedensten Untergründe, wie Lüftungsgitter, glatte Böden, Teppiche gab - nichts davon hat sie irgendwie irritiert und sie ist einfach ohne Zögern über alles drüber getappt: Feiner Hund! Gut 40 Minuten haben wir in einem vielbesuchten Café verbracht, von wo aus die Kleine viele Menschen (große, kleine, alte, junge, mit Fahrrad, mit Kinderwagen, mit Krücken) beobachten konnte. Außerdem haben wir geübt, dass Tauben nicht jagdbar sind, sondern dass man sie als kleiner Hund interessiert angucken kann, dann aber das Frauchen anschauen sollte, weil es dafür Belohnungen regnet. Fazit: Nach der 5. Taube hatte Cloud dieses Verhaltensmuster "drin": Gucken - hinsetzen - Frauchen anschauen - Belohnung fressen - wir gehen einfach weiter.

Am Abend fuhren wir wieder zum Hundeplatz und Cloud lernte die Wippe kennen, über die sie sofort wie ein alter Hase marschiert ist und sich nach einmaligem Kommando auf der Kontaktzone hingesetzt hat - Superhund!

Mit Pearl und einem Terrierwelpen hieß es dann noch toben und anschließend haben wir von der Terrasse des Vereinshauses das Agilitytraining und auf dem anderen Platz tobende Hunde beobachtet. Hier war allerdings einiges an Überzeugungsarbeit meinerseits notwendig, um Cloud davon zu überzeugen, dass es völlig okay ist, wenn Hunde die sie kennt miteinander toben, ohne dass sie dabei ist.

Sehr, sehr müde ist sie zuhause in ihrer Box in einen Tiefschlaf gefallen.

28.04.2005

Heute war ein sehr, sehr aufregender Tag für die kleine Maus. Wir sind nämlich mit ihrer Patentante Madeleine und deren beiden Terriern (James & Phoebe) zu Pferden gefahren. Zunächst mußte sie ja wieder in einem fremden Auto mitfahren (was die kleine Maus nicht sonderlich beeindruckt hat - Auto ist Auto) und dann gab es am Ziel angekommen einiges zu bestaunen: Viele, viele Kinder und vor allem Pferde. Heute sollte eine Vorführung der Kinder mit den Pferden sein, bei dem einige Eltern zum Zuschauen kommen sollten und wir kamen gerade an, als die Generalprobe in vollem Gange war. Pferde an sich fand Cloud nicht so schlimm, aber vom Rand aus beobachten zu müssen, wie sie im Kreis galoppieren war doch zuviel des Guten: Da wurde zunächst mal weggezogen, um aus sicherer Entfernung - an mein Bein gepresst - beobachten zu können. Als wir auf den Weg zu einer Pferdekoppel waren, hat Cloud ihre erste Lektion in Sachen "wie spiele ich mit anderen Hunden" bekommen: Sie wollte unbedingt mit Phoebe spielen, ist zu dieser hingerast und hat sie einfach ins Bein gebissen - dafür gabs natürlich mächtig auf die Mütze und ab da wurde nur noch Spielaufforderung ohne direkten Körperkontakt gemacht.

Damit Cloud sich daran gewöhnt, unbefangen neben einem Pferd her zu gehen, haben wir uns eines der Pferde "geschnappt" und sind spazierengegangen. Nach anfänglicher Skepsis und einem sehr, sehr großen Sicherheitsabstand hat Cloud sich an das Ungetüm gewöhnt und ist brav nebenher gelaufen. Da sie in ihrem Alter nicht zuviel laufen soll, habe ich sie auf den Arm genommen und getragen und weil mir das recht schnell zu schwer wurde, kam Madeleine auf die Idee, Cloud reiten zu lassen. Madeleine schwang sich also aufs Pferd und ich reichte ihr (zugegebenermaßen nach einigem Zögern) den kleinen Hund hoch und was soll ich sagen: Cloud machte es sich auf dem Pferderücken bequem, als habe sie nie etwas anderes gemacht - es war einfach faszinierend! Nachdem sie eine längere Zeit mitreiten durfte, haben wir eine Fotopause gemacht, bei der Cloud absolut unbefangen in der Nähe des Pferdes gelaufen ist, an den Nüstern geschnuppert hat und einfach nur klasse war!

Wieder zurück auf dem Hof waren mitlerweile sehr viele Menschen (Eltern und Kinder) anwesend, um die Vorführung der jungen Reiter zu bestaunen. Cloud und ich machten es uns zwischen den Leuten gemütlich, schauten der Vorführung zu, die untermalt war mit Musik, Ansager und viel Applaus - und was soll ich sagen: Klein-Cloud schaute sich alles zufrieden an und hat einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie nichts aus der Ruhe bringen kann. Ich bin so stolz auf meine kleine Maus (die auf der Rückfahrt gleich in einen festen Schlaf gesunken ist).





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